Das Jahr 2001 hat mich und meinen Musikgeschmack entscheidend und nachhaltig geprägt. Wie? Durch einen Klassenkameraden, der auf einem Rollenspielabend eine CD laufen ließ, die er seinerseits von einem Bekannten bekam. Wie das damals noch so üblich war, war es eine selbst gebrannte CD, im Prinzip eine selbst zusammengestellte Compilation. Die Musik, die von dieser CD erklang, fesselte mich, denn sie war so ganz anders als das, was ich bisher gehört habe. Ein Interesse an Rockmusik war bei mir vorhanden, doch hier kam etwas dazu, nämlich Dudelsack, Schalmeien, Drehleiern und Lauten, um nur einige Instrumente zu nennen. Eine Mischung, die ich bis dahin nicht kannte, und die mich vom ersten Moment an von den Socken holte. Besonders eine Band auf dieser CD hatte es mir angetan: Subway to Sally. Sicher, den Namen fand ich anfangs etwas seltsam, aber egal. Die Musik war gut, ebenso die Texte und die Stimme des mir bis dahin unbekannten Sängers.

Der Virus war also eingepflanzt. Und verbreitete sich rasch. Ich holte mir Informationen über Subway to Sally und andere Bands dieses Genres aus dem Netz – damals noch mit 56k-Modem (die geistige Haltung des „Familienoberhauptes“, was Technik und Internet anging, als rückständig zu beschreiben, ist noch geschönt) – und merkte sehr schnell, dass mir dieser „Mittelalter-Rock“ verdammt gut gefiel.

Zeitsprung ins Jahr 2004. Es ist der 29. August dieses Jahres, und ich bin auf dem Stadtfest in meiner Heimatstadt unterwegs, ein zweitägiges Event, welches in dieser Form heutzutage leider nicht mehr stattfindet. In der gesamten Innenstadt sind Bühnen verteilt, und auf jeder Bühne ist den ganzen Tag Programm. Ich bin jedoch zielgerichtet dort, denn es spielt Eric Fish, der Frontmann von Subway to Sally, mit seinem Solo-Projekt. Mir war nicht bewusst, welche Art von Musik mich erwarten würde, doch wo Eric Fish draufstand, war Qualität für mich garantiert. Als Randnotiz sei erwähnt, dass sich unter den Zuschauern und Zuhörern auch Lasterbalk der Lästerliche von Saltatio Mortis befand. Die Spielleute spielten am Abend zuvor auf der gleichen Bühne.

Eric und seine beiden Musikerkollegen, Uwe Nordwig und Rainer Michalek, spielten ihr Set, und ich war ein weiteres Mal gefangen genommen von der Musik, wie schon drei Jahre zuvor mit Subway, nur dass es diesmal etwas völlig anderes war. Coverversionen bekannter Songs, auch von Subway, sowie eigene Stücke mit deutschen Texten in bester Liedermacher-Manier. Und schon war auch dieser Virus eingepflanzt, das erste Album wurde einige Zeit später erstanden.

Es ergab sich, dass ich über die Jahre immer mehr Musiker kennen und schätzen gelernt habe, Musiker, deren Songs mich seitdem begleiten und mir schon durch die ein oder andere schwere Phase geholfen haben – und es sicher auch noch weiter tun werden. Und allen diesen Musikern möchte ich heute eines sagen: Danke, dass es euch gibt, und dass ihr Musik schreibt, die immer und zu jeder Zeit ins Herz geht und Emotionen nicht nur freilegt, sondern auch auffängt und verstärkt. Ihr seid ein essentieller Bestandteil meines und des Lebens vieler anderer geworden, und ich wünsche jedem einzelnen von euch jederzeit ganz viel Erfolg. Ihr seid großartig.

Mit besten Wünschen,
Florian

Zum Abschluss gibt es in loser Reihenfolge noch einige Hörbeispiele:

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